Weihnachten im Dark Fantasy: Wenn das Fest der Liebe blutet
- Meike Piechota

- 14. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Von brennenden Tannenbäumen, sarkastischen Dämonen und Helden, die lieber Schwerter statt Zuckerstangen schwingen. So sähe Weihnachten in der Dark Fantasy wirklich aus.

Ach ja, Weihnachten. Das Fest der Liebe, des Friedens und der leuchtenden Lichterketten. Aber was passiert, wenn man das alles in eine Welt verlegt, in der Engel zu Kriegern geworden sind, Magie gefährlicher ist als Glühwein auf nüchternen Magen und niemand „Stille Nacht“ singt, ohne dass es danach buchstäblich still bleibt?
Willkommen in der Dark Fantasy Version von Weihnachten! In diesem Artikel nehme ich dich mit auf einen winterlichen Spaziergang durch düstere Welten, in denen Schnee nicht weiß, sondern rot ist und wo das einzige Geschenk, das du sicher bekommst, eine tödliche Prophezeiung ist. Wir werfen gemeinsam einen (leicht zynischen) Blick darauf, wie Weihnachten in der Dark Fantasy aussehen könnte, warum selbst Dämonen Weihnachtsstress haben und wieso Kekse dort mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Seelen bestehen.
Mach’s dir gemütlich oder auch nicht. Es wird frostig.
Die alle, die schnell reisen wollen:
Weihnachten im Dark Fantasy: Wo Glocken nicht klingeln, sondern warnen
In der Dark Fantasy hat Weihnachten ungefähr so viel mit Besinnlichkeit zu tun wie ein Troll mit Etikette. Wenn irgendwo Glocken erklingen, dann meist als Vorboten des Untergangs. Nicht, weil der Weihnachtsmann naht, sondern weil ein geflügelter Schatten über die Stadt zieht.
Stell dir vor: Die Straßen sind geschmückt, aber die Lichterketten bestehen aus magischen Runen, die den Himmel rot färben. Unter dem Tannenbaum liegen keine Geschenke, sondern Opfergaben für die Götter. Damit sie den Winter überstehen. Und statt Weihnachtsliedern hallen Beschwörungen durch die Nacht, die garantiert nicht in der Kirche geübt wurden.
Selbst Schnee hat in der Dark Fantasy eine andere Bedeutung. Kein Symbol der Reinheit, sondern der Vergänglichkeit. Jede Flocke erinnert daran, dass nichts ewig bleibt. Romantisch? Vielleicht. Wenn man morbide Poesie mag.
Festliche Düsternis: Wenn der Weihnachtsmann eine Sense trägt
In einer typischen Dark-Fantasy-Welt würde der Weihnachtsmann vermutlich keine Geschenke bringen sondern Schulden eintreiben. Und zwar in Form deiner Seele. Seine Rentiere? Dämonen mit Hörnern aus gefrorenem Blut. Sein Sack? Eine Tasche voller Artefakte, die man besser nicht öffnet.
In dieser Welt wird das Fest der Liebe zur „Nacht der Opfergabe“. Man entzündet Kerzen, nicht um Hoffnung zu spenden, sondern um das Dunkel draußen zu besänftigen. Die Menschen beten, dass die alten Geister gnädig sind, und schenken einander keine Wollsocken, sondern Talismane gegen den Wahnsinn.
Und wer trotzdem Glühwein trinkt? Vermutlich, um das alles irgendwie zu ertragen.
Liebe, Leid und Lebkuchen: Emotionen zwischen Blut und Besinnlichkeit
Eines ist sicher. Auch in der Dark Fantasy gibt es Emotionen, nur etwas anders verpackt. Das Fest der Liebe? Ja, aber oft bittersüß. Heldinnen und Helden stehen an der Schwelle zur Dunkelheit, blicken auf Verluste zurück und fragen sich, ob es überhaupt so etwas wie „Frieden“ gibt.
Ein Beispiel aus der modernen Fantasy-Literatur: Bei Jay Kristoff (etwa in Nevernight) wäre Weihnachten wahrscheinlich eine perfekte Gelegenheit für ein blutiges Ritual unter Sternen, während die Sonne gerade so aufgeht und jemand stirbt.
Joe Abercrombie würde Weihnachten vermutlich in einer Taverne beginnen lassen. Mit einem kaputten Krug, einem gebrochenen Versprechen und einer Moral, die spätestens beim zweiten Met verdunstet.
Und V. E. Schwab? Ihre Charaktere würden den Winter in melancholischen Schatten verbringen, zwischen Welten, mit einem Funken Hoffnung, der nur deshalb leuchtet, weil drumherum alles dunkel ist.
Kurz gesagt: Auch in der Dunkelheit kann es ein Licht geben – nur ist es in der Dark Fantasy meistens flackernd und riecht verdächtig nach Schwefel.
Dekoration? Ja, aber bitte apokalyptisch
Weihnachten in Dark Fantasy bedeutet auch, dass es Ästhetik mit morbidem Flair gibt. Statt goldenem Baumschmuck hängen Knochenornamente, schwarze Federn und leuchtende Kristalle am Baum. Der Weihnachtskranz? Besteht aus Dornen. Vielleicht erinnert das Fest eher an ein uraltes Winterritual. Wie das Yule-Fest aus nordischer Mythologie, nur mit mehr Blut und weniger Gesang.
Und der traditionelle Weihnachtsmarkt? Stell dir vor, zwischen den Ständen verkaufen Alchemisten verbotene Elixiere, Magier bieten Flüche als „Geschenkoption“ an, und irgendwo spielt eine Gruppe Barden ein Lied über den Untergang der Sonne. So sieht stille Nacht aus, wenn du sie in einem Dark-Fantasy-Roman feierst.
Fazit: Wir alle brauchen ein wenig Dunkelheit
Weihnachten in Dark Fantasy ist kein Fest der Liebe, sondern der Überlebenskünste. Es ist das Fest der Schatten, der bittersüßen Erinnerungen, der ruhelosen Geister. Hier schneit es nicht, es stirbt. Und trotzdem liegt darin Schönheit, weil die Dunkelheit das Licht umso heller macht.
Vielleicht ist genau das der Reiz. Ein Weihnachtsfest, das nicht perfekt, aber ehrlich ist. Und manchmal braucht es eben ein wenig Blut, um die Sterne leuchten zu sehen.
Wenn du zu den Menschen gehörst, die sagen: „Ich will im Dezember lieber Dämonen als Glitzer“, dann schau bei meinen Büchern vorbei. In „Freedom“, „RISE – Zwei Schicksale, Zwei Nationen“ und „Zur finstersten Stunde“ findest du alles, was Dark Fantasy ausmacht. Starke Frauen, moralische Grauzonen, gebrochene Helden und eine Atmosphäre, in der selbst der Weihnachtsstern ein bisschen dunkler funkelt. Vielleicht feiern sie dort kein Weihnachten. Aber wenn sie es täten, wäre es definitiv das unheiligste aller Feste.
Deine Meike








Kommentare