Starke weibliche Protagonisten in Fantasy – warum wir sie jetzt mehr denn je brauchen
- Meike Piechota

- vor 2 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
Von gebrochenen Heldinnen, blutigen Entscheidungen und echter Stärke: Warum starke weibliche Protagonisten in Fantasy‑Romanen so wichtig sind.
Für dich, für mich und für unsere ganze Buchbubble.

Wenn du Fantasy liebst, hast du sie sicher schon bemerkt. Diese Frauenfiguren, die nicht nur hübsch im Hintergrund stehen, sondern die Welt retten, Deals mit Dämonen eingehen, zu Monstern werden oder sich ihnen in den Weg stellen. Genau über diese weiblichen Protagonisten will ich heute mit dir sprechen und darüber, warum sie gerade jetzt so wichtig sind.
In diesem Artikel zeige ich dir, was eine starke Protagonistin wirklich ausmacht, warum sie in der aktuellen Fantasy und in unserer deutschsprachigen Buch-Community so im Fokus steht, welche Fragen viele Lesende sich dazu stellen und wie meine eigenen Figuren genau da reinpassen. Du bekommst konkrete Beispiele aus beliebten Fantasy‑Reihen, einen Blick hinter die Kulissen meines Schreibens und ein paar ehrliche Gedanken dazu, warum ich nie wieder Lust auf „Damsel in Distress“ habe.
Wenn du also auf düstere, actionreiche und emotionale Fantasy mit Frauen stehst, die hinfallen, aufstehen und trotzdem weitermachen, bist du hier genau richtig.
Die alle, die schnell reisen wollen:
Welche Fragen sich Lesende zu starken weiblichen Protagonisten wirklich stellen
Aus Gesprächen in der Buchcommunity, aus Foren, Social Media und DMs kristallisieren sich immer wieder ähnliche Fragen heraus. Fünf davon begegnen mir besonders oft:
Was macht eine starke weibliche Protagonistin in Fantasy überhaupt aus und was nicht?
Warum sind starke weibliche Protagonisten gerade jetzt so präsent und wichtig in Fantasy‑Romanen?
Wie viel „Dunkelheit“ und Brutalität verträgt eine weibliche Figur, ohne dass sie unsympathisch wirkt?
Wie hängt das alles mit aktuellen Trends wie BookTok, Bookstagram und dem Hype um Romantasy und Dark Fantasy zusammen?
Wie schreibe ich selbst eine starke weibliche Protagonistin und wie setze ich das in meinen Büchern „RISE“ und „Freedom“ um?
Diese Fragen sind der rote Faden für den Rest dieses Artikels. Und ja, ich werde sie alle beantworten. Also schnapp dir einen Kaffee, Tee oder Blutopfer deiner Wahl, und los geht’s.
Was eine starke weibliche Protagonistin in Fantasy wirklich ausmacht
Starke weibliche Protagonisten: Mehr als nur „Badass mit Schwert“
Eine der größten Fehlannahmen ist, dass Stärke heißt, dass eine Figur möglichst cool kämpft, keine Gefühle zeigt und alles alleine regelt. Ganz ehrlich, das ist langweilig. In Foren und Communities wird immer wieder betont, dass Lesende sich Protagonistinnen wünschen, die eigene Entscheidungen treffen, aktiv in die Handlung eingreifen und sich glaubwürdig entwickeln.
Starke weibliche Protagonisten sind für mich Figuren mit
eigener Agenda und Zielen,
Schwächen, Traumata, Fehlern,
einer Entwicklung, die wehtut,
der Fähigkeit, Konsequenzen zu tragen.
Für mich als Autorin heißt das, wenn meine Figuren kämpfen, dann nicht, weil cool, sondern weil sie gar nicht anders können. In „RISE“ etwa stehen meine Sam nicht nur an vorderster Front. Sie muss Entscheidungen treffen zwischen Loyalität, Schuld und ihrem eigenen Überleben. Und genau da entsteht echte Stärke.
Emotionale Verletzlichkeit als Teil von Stärke
In verschiedenen Diskussionen wird deutlich, dass viele keine „Mary Sue“-Figuren wollen, also perfekte Heldinnen ohne echte Schwächen. Stärke ohne Verletzlichkeit fühlt sich wie eine leere Hülle an.
In „Freedom“ triffst du Hope am Anfang an einem sehr verletzlichen Punkt. Sie reist an die Hudson Bay, weil ein Brief ihrer verstorbenen Mutter sie dorthin lockt, und findet sich plötzlich zwischen Gestaltwandlern, tödlichen Gefahren und einer Bedrohung wieder, die ihre ganzes Leben auf den Kopf stellt. Ihre Stärke besteht darin, dass sie Angst hat und trotzdem handelt, dass sie Fehler macht und trotzdem wieder aufsteht.
Starke weibliche Protagonisten dürfen mental am Limit sein, zusammenbrechen, zweifeln. Die Frage ist nicht, ob sie fallen. Die Frage ist, ob sie aufstehen. Und wie.
Warum starke weibliche Protagonisten in Fantasy‑Romanen gerade jetzt so wichtig sind
Von „Damsel in Distress“ zu Königin, Kriegerin, Drachenreiterin
In der aktuellen Fantasy‑Landschaft stehen weibliche Figuren im Fokus wie selten zuvor. Verlage und Medien beschreiben moderne Fantasy als „feministisch geprägt“, mit Protagonistinnen, die zu Königinnen, Kriegerinnen oder Drachenreiterinnen werden und deren Geschichten sich nicht nur um Liebe drehen, sondern um Macht, Heilung und Selbstfindung.
Für mich ist das mehr als ein Trend. Es ist eine Gegenbewegung zu Jahrzehnten an Erzählungen, in denen Frauen auf Love Interest, Sidekick und Plot Device reduziert wurden.
Warum sie für mich persönlich so wichtig sind
Ich schreibe über starke weibliche Protagonisten, weil ich sie selbst als Leserin vermisst habe. In so vielen Büchern insbesondere in der Fantasy sind da nur Protagonistinnen, die ständig von Männern gerettet werden, und romantische Beziehungen, die wichtiger sind als die eigentliche Handlung.
Das ist einer der Gründe, warum ich in „RISE“ und „Freedom“ bewusst Frauen in den Mittelpunkt stelle, die nicht „stark“, weil unverwundbar sind, sondern weil sie in feindlichen Systemen ihren eigenen Weg finden. Hope in „Freedom“ muss sich in einer Welt behaupten, in der mächtige Gestaltwandler seit Jahrzehnten die Küste kontrollieren, während sie selbst erst noch begreifen muss, wer sie in diesem Gefüge überhaupt ist.
Starke weibliche Protagonisten sind für mich ein Werkzeug, um Themen wie Machtmissbrauch, Trauma, Schuld, Freiheit und Identität zu verhandeln. Und ja, manchmal auch, um einfach eine Figur zu erschaffen, die dir beim Lesen das Gefühl gibt: „Verdammt, ich will so mutig sein wie sie.“
Wie dunkel darf eine weibliche Protagonistin sein?
Zwischen Empowerment und „zu viel“ Gewalt
Gerade in Dark Fantasy und düsterer Urban Fantasy taucht oft die Frage auf, wie brutal darf eine weibliche Figur handeln, bevor sie uns „zu hart“ vorkommt? Interessanterweise wird in Communitys oft akzeptiert, dass männliche Figuren rücksichtslos, blutig und grausam sind, während Frauen bei gleichem Verhalten schnell als „unsympathisch“ abgestempelt werden.
Dabei ist gerade diese Ambivalenz spannend. Protagonistinnen, die nicht nur Opfer sind, sondern auch Täterinnen, die Macht ausüben, Grenzen überschreiten, Fehler machen. In vielen von BookTok gefeierten Reihen sind weibliche Figuren nicht nur Heldinnen, sondern auch Monster, Herrscherinnen oder moralisch graue Gestalten.
Starke weibliche Protagonisten dürfen düster sein. Sie dürfen Fehler begehen, Gewalt anwenden, schlechte Entscheidungen treffen. Wichtig ist, dass die Geschichte diese Entscheidungen ernst nimmt, Konsequenzen zeigt und sie nicht nur als „Girlboss-Ästhetik“ verkauft.
Dunkelheit in meinen Charakteren aus „RISE“ und „Freedom“
In „RISE: Zwei Schicksale – Zwei Nationen“ prallen nicht nur Nationen, sondern auch Ideologien und persönliche Traumata aufeinander. Sam wächt in einer Welt voller Gewalt, Angst und Unterdrückung auf. Ihr macht man auf dem Schlachtfeld so leicht nichts vor. Doch dann trifft sie auf ihre Vergangenheit und das in Form von Aithne. Deren Stärke ist Fürsorge, Liebe und Empathie. Ein krasser Gegensatz, der Sam den Spiegel vorhält und sie zwingt, all ihre vergangenen Entscheidungen in Frage zu stellen.
In „Freedom“ ist Hope zunächst eine junge Frau, die ihren Platz sucht. Auf genau dieser Sucht kommt sie an die Hudson Bay. Statt Family Reunion und Kaffeekränzchen wird sie in die brutale Welt der Gestaltwandler geworfen. Sie muss darin nicht nur um ihr eigenes Leben kämpfen, sondern auch entscheiden, wofür sie bereit ist zu kämpfen und was Freiheit für sie persönlich bedeutet.
Für mich gilt, dass eine Figur nur dann hell strahlen kann, wenn sie vorher in der Dunkelheit gestrandet ist. Und manchmal ist genau die Dunkelheit der Grund, warum du als Lesende dich so stark mit ihr verbunden fühlst.
BookTok, Romantasy und der Hype um starke weibliche Protagonisten
Was die Buchbubble gerade feiert
Schauen wir ehrlich auf die deutschsprachige Buch-Community. TikTok und Instagram haben das Fantasy‑Regal einmal komplett durchgeschüttelt. Besonders auf BookTok boomen Genres wie Romantasy, Urban Fantasy und Dark Fantasy, oft mit sehr bewusst feministischen Tönen. Lesende, die gezielt nach Fantasy mit weiblicher Hauptfigur, aber ohne überdominante Romance suchen, nach Büchern ohne sexualisierte Gewalt oder ohne die altbekannte „Beschützer-Love-Interest“-Schiene.
Wo ich mich mit „RISE“ und „Freedom“ in diese Trends einordne
Meine Bücher sind keine klassische „süße“ Romantasy. Wenn du „RISE“ oder „Freedom“ liest, findest du rasante, brutale, düstere Urban Fantasy und Dark Fantasy mit starken weiblichen Protagonisten, die in Systemen überleben müssen, in denen Gewalt, Machtspiele und Verrat an der Tagesordnung sind.
„Freedom“ bietet dir eine moderne Urban Fantasy mit Gestaltwandlern, Familiengeheimnissen und einer Protagonistin, die in eine gefährliche Welt geworfen wird und sich ihre eigene Stärke erst erkämpfen muss. „RISE“ stellt Sam in einen politischen und gesellschaftlichen Konflikt, der sie zwingt, sich zu entscheiden, für welche Seite sie wirklich kämpfen und ob es überhaupt eine „richtige“ Seite gibt.
Damit stehe ich irgendwo zwischen den aktuellen Romantasy‑Trends und der dunkleren, actionreichen Fantasy, die in der Community ebenfalls stark gefragt ist. Bei mir gibt es schnelle Plot, intensive Emotionen und starke weibliche Protagonisten. Das aber immer mit einem düsteren Unterton.
Fazit: Warum starke weibliche Protagonisten bleiben werden
Starke weibliche Protagonisten in Fantasy sind kein kurzlebiger Trend, sondern eine notwendige Entwicklung in einem Genre, das lange zu einseitig erzählt wurde. Lesende fordern Figuren, die komplex, verletzlich, wütend, machtvoll, fehlerhaft und kompromisslos eigenständig sind.
Für mich als Autorin sind sie ein Werkzeug, um Geschichten zu erzählen, die wehtun, empowern und nachhallen. In „RISE“ und „Freedom“ wirst du genau solche Figuren finden. Frauen, die keine perfekten Heldinnen sind, sondern gebrochene Menschen, die sich in einer brutalen Welt behaupten müssen.
Und ich glaube: Solche Figuren bleiben. Weil wir sie brauchen.
Wenn du starke weibliche Protagonisten liebst, lies meine Bücher
Wenn du jetzt beim Lesen gedacht hast: „Ja, genau solche Figuren will ich“, dann lade ich dich ein, Sam und die anderen Charaktere meiner Bücher kennenzulernen.
In „Freedom“ erwartet dich eine urbane Fantasywelt an der Hudson Bay, voller Gestaltwandler, tödlicher Geheimnisse und einer Protagonistin, die Schritt für Schritt ihre eigene Stärke entdeckt und sich gegen die dunklen Mächte stellt, die seit Jahrzehnten über ihre Welt herrschen. In „RISE: Zwei Schicksale – Zwei Nationen“ tauchst du in einen umfangreichen, düsteren Fantasy‑Konflikt ein, in dem Sam zwischen politischen Intrigen, Blutvergießen und Loyalitätsfragen ihren Weg finden muss.
Wenn du also Lust hast auf rasante, brutale, düstere Fantasy mit komplexen Frauenfiguren, die nicht darauf warten, gerettet zu werden, sondern ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, dann schnapp dir „Freedom“ und „RISE“ und komm mit mir in diese Welten. Meine Protagonistinnen werden dir nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen.
Deine Meike





Kommentare