Nein, ich bin keine Satanistin. Ich schreibe nur Dark Fantasy.
- Meike Piechota

- vor 11 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Warum düstere Bücher kein Hexenzirkelritual sind, wie man mit einem Laptop und zu viel Kaffee ganze Welten zerstört und weshalb Elfen in meinen Geschichten Hausverbot haben.

Es fängt meist harmlos an. Ein nettes Gespräch auf einer Familienfeier, Smalltalk auf einem Geburtstag oder der Klassiker: „Und, was machst du so?“
Ich atme tief durch, lächle freundlich und sage: „Ich schreibe Fantasy.“
Meist folgt dann Begeisterung und der Satz, den ich innerlich bingo-mäßig abhake: „Ah… Fantasy. So mit Elfen?“
Ich: „Nicht ganz. Eher so… mit Blut, Zwielicht und moralisch flexiblen Menschen.“
Gerne wird sich danach am Prosecco verschluckt. Ab hier weiß ich, dass ich am besten das Gesprächsthema wechseln sollte
Um es gleich klarzustellen: Ich bin keine Satanistin. Ich habe keine Geheimloge im Keller. Ich habe nicht mal einen Keller. Ich schreibe einfach gern Dark Fantasy Bücher. Mit Leidenschaft, mit schwarzem Humor und mit Figuren, die lieber kämpfen, als brav gerettet zu werden. Geschichten, die Licht und Schatten gegeneinander antreten lassen, und meistens gewinnt irgendwas dazwischen.
Die alle, die schnell reisen wollen:
Was Dark Fantasy wirklich ist und warum mich Kerzen nicht magisch machen
Dark Fantasy ist keine satanische Unterkategorie von Horror, sondern eine literarische Erkundung moralischer Schattenzonen. Hier geht’s nicht darum, Monster zu erschaffen, sondern das Menschliche im Monströsen zu zeigen.
Wenn du Freedom liest, wirst du keine Feenkönigin treffen, die auf einem Regenbogen tanzt. Stattdessen findest du gebrochene Held*innen, deren Entscheidungen Konsequenzen haben. Und das meist blutige. Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven, aber perfekt für alle, die mit Licht und Dunkelheit gleichermaßen sympathisieren.
Ich schreibe nicht, um zu schockieren. Ich schreibe, weil mich das Abgründige fasziniert. Mich interessiert nicht die reine Magie, sondern das, was sie mit Menschen macht, wenn Macht plötzlich von innen heraus zersetzt.
Und nein, ich opfere keine Ziegen, um Inspiration zu finden. Ein starker Tee und ein Playlist-Titel wie „Apocalypse Aesthetic“ reichen völlig.
Warum ich keine Elfen brauche, um Gefühle zu sezieren
Das Vorurteil hält sich hartnäckig, dass Fantasy immer Feenstaub braucht.
In meinem Fall sind es eher Schießpulver, Verrat und der Duft von verbrannter Hoffnung.
In RISE: Zwei Schicksale – Zwei Nationen gibt es keine zaubernden Schulmädchen oder sprechenden Tiere. Dafür Intrigen, Machtkämpfe und Charaktere, die sich mitten in einer zerrissenen Welt entscheiden müssen, wer sie eigentlich sein wollen. Dass dabei gelegentlich jemand stirbt, ist kein Stilmittel. Es ist Realität innerhalb einer Welt, die genauso widersprüchlich ist wie unsere.
Klar, manchmal bekomme ich Nachrichten wie: „Warum tust du deinen Figuren das an?“ Die ehrliche Antwort ist, weil es langweilig wäre, sie einfach glücklich werden zu lassen. In der Dunkelheit erkennt man, wer jemand wirklich ist. Und wer RISE gelesen hat, weiß, dass Licht nicht durch Glück entsteht, sondern durch Schmerz.
Dark Fantasy: Der Mut zum moralischen Grau
Ein düsterer Fantasyroman lebt nicht vom Schrecken selbst, sondern davon, wie Figuren darin bestehen oder scheitern. Für mich ist Dark Fantasy wie ein ehrliches Gespräch mit sich selbst, nur dass jemand dabei ein Schwert schwingt.
Wenn Leser*innen schreiben, sie hätten bei Freedom Tränen vergossen, weil sie sich in den inneren Konflikten der Charaktere wiedergefunden haben, dann ist das für mich der schönste Moment überhaupt. Es zeigt, dass selbst in brutalen Welten Empathie überlebt. Ich will keine makellosen Helden, sondern Menschen, die versehentlich Gutes tun, während sie Schlechtes anrichten.
Perfekte Figuren? Nein danke. Mein Lieblingssatz beim Schreiben: „Und dann ging alles schief.“
Schreiben als Hobby oder: Wie man Welten rettet, während die Wäsche überquillt
Viele gehen nach der Arbeit ins Fitnessstudio. Ich setze mich einer Tasse Tee an den Laptop, öffne die Datei „manuskript\_final\_final\_neu\_ENDVERSION\_diesmalwirklich.docx“ und verwandle mich in meine private Chaosgöttin. Das Schreiben ist für mich kein Job, sondern Flucht, Spielplatz und Therapie zugleich.
Ich kenne die Autor*innen-Klischee-Frage: „Und? Wann kommt dein nächstes Buch?“ Die ehrliche Antwort: „Sobald mein reales Leben mich lässt.“
Denn zwischen Alltag, Spülmaschine und Überstunden finden die besten Ideen statt. Ironischerweise meist dann, wenn man gerade nicht schreiben kann. Und manchmal ist es einfach Katharsis. Während andere Yoga machen, lasse ich erfundene Imperien in Flammen aufgehen. Funktioniert hervorragend.
Starke Frauen, schwärzeste Stunden
Ich liebe Fantasy Bücher mit starken Frauen. Nicht, weil sie unantastbar sind, sondern weil sie wissen, was sie riskieren.
In Freedom erzähle ich die Geschichte von Hope, die ihre Menschlichkeit nicht verliert, obwohl sie tausend Gründe hätte. In RISE wiederum bebt die Handlung vor weiblicher Stärke, die sich weigert, weich zu sein, nur um akzeptiert zu werden. Diese Figuren sind keine Vorbilder im klassischen Sinn. Sie sind Spiegel.
Und ja, sie kämpfen. Mit Schwertern, mit Worten, mit sich selbst. Denn Stärke ist in meinen Geschichten kein Geschenk, sondern eine Narbe, die glänzt, wenn Licht darauf fällt.
Trends in der Buchbubble: Blut ist das neue Glitzer
Früher zählte zu den besten Fantasy Büchern, wer die Welt vor dem Bösen rettet. Heute gilt: Wer das Böse versteht und trotzdem Mensch bleibt, hat schon gewonnen. In der deutschsprachigen Szene wächst die Liebe zum Düstern. Der Hype um moralisch graue Figuren zeigt, dass die Lesenden keine Zuckerwatte mehr wollen. Sie wollen Tiefe, Schmerz, Echtheit. Dark Fantasy ist deshalb weniger Nische, mehr Sehnsucht. Und zwischen uns Gebetsschwestern. Es ist eine Wohltat, in Rezensionen das Wort „authentisch“ öfter zu lesen als „liebevoll“. Ich nehme das als Kompliment.
Wenn der Alltag auf Apokalypse trifft
Ich schreibe meist früh morgens, wenn die Stadt noch schläft. Der Moment, in dem Realität verblasst und ich zwischen Figuren, Welten und Katastrophen verschwinde, ist mein persönliches Ritual. Keine Magie. Einfach Konzentration, Playlist an, Welt aus.
Und während andere beruhigende Podcasts hören, zitiere ich innere Dämonen.
Und ja, Humor gehört zur Dunkelheit
Ich nehme meine Geschichten ernst. Mich selbst aber kein bisschen. Es gibt nichts Schöneres, als Lesende lachen zu sehen, während sie sich gleichzeitig fragen, ob sie überhaupt lachen dürfen. Düster zu schreiben heißt nicht, die Freude zu verlieren. Es heißt, sie sich zu verarbeiten. Deshalb darfst du auch schmunzeln, wenn meine Figuren in Freedom mal wieder eine Entscheidung treffen, die jede*n Therapeuten schockieren würde.
Fazit
Nein, ich bin keine Satanistin. Ich bin eine Autorin, die im Dunkeln Geschichten findet. In ihrer Freizeit, zwischen Kaffee, Alltag und gelegentlicher Schreibblockade. Ich liebe das Chaos, die Emotionen, das moralische Grau. Und wenn du dich in all dem wiedererkennst, bist du genau richtig in meiner Welt.
Wenn du nach Dark Fantasy Büchern suchst, die dich wirklich fesseln, lies Freedom oder RISE: Zwei Schicksale – Zwei Nationen. Keine Zauberstäbe, keine Fabelwesen. Nur rohe Emotionen, starke Charaktere und Welten, die zum Nachdenken bringen. Und das Beste? Alles ohne dämonische Verpflichtungen. Nur du, das Buch und vielleicht ein zu später Abend.
Deine Meike





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